Schottland 2013, Teil 1, Newcastle-New Abbey

Schottland 2013

September-Anfang Oktober

 

Teil 1

Amsterdam-Newcastle-New Abbey

 

 

 

Dieses Mal sollte unsere "große" Tour mal etwas ganz Anderes sein und so wählten wir ein nicht ganz alltägliches Spätsommerziel: Schottland!

Um es einmal vorweg zu nehmen: Es wurde wirklich eine ganz besondere Reise, eine ganz andere Reise, eine für uns herausragende Reise.

Schottland wird alle Geschichts-und Naturliebhaber begeistern. Wir haben schon wirklich schöne, spektakuläre Landschaften genießen dürfen, aber Schottland stellt diese in den Schatten...

Apropos Schatten...wir haben dort für uns bislang einmalige Lichtspiele miterleben dürfen. Im Vorwege unserer Reise sagte man uns, dass wir dort an einem Tage mehrere Wetterkapriolen erleben könnten. Wir gingen natürlich davon aus, dass diese Kapriolen dann zumindest hintereinader stattfinden würden, aber weit gefehlt, wir erlebten diese Wetterumschwünge parallel zueinader: Sonne, Regen, Licht, Schatten, alles gleichzeitig und oftmals zuviel für unsere einfache Digitalkamera, deren Sensor mit diesen Wetterverhältnissen oft genug nicht klar kam.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neben der Fotografie spielt das Wetter natürlich auch für den gemeinen Touri eine nicht ganz so unwichtige Rolle. Wie zuvor bereits beschrieben benötigt man für diesen Trip schon eine ganz spezielle "Schutz"kleidung, die für alle Wetterverhältnisse geeignet ist. Dazu gehört ein guter Regen-und Windschutz, ebenso wie wärmende Kleidung (...auch für den Spätsommer). Im Gegensatz zu unserem Norddeutschen Schmuddelwetter...wenn wir Regen haben, dann regnet es auch wirklich lang anhaltend...rissen die Wolken in Schottland immer wieder auf und wirklich schönes Wetter kam zum Vorschein. Neben dem Regen sind wir in Norddeutschland sicherlich auch Wind...Sturm erprobt...aber auch da hat Schottland uns bewiesen, dass es ganz andere Winde, Stürme gibt.

 

Schottland bzw. das englische Newcastle erreichten wir von Amsterdam (IJmuiden) aus per Fähre. Wir hatten einfach keine Lust auf eine ellenlange Autobahnanfahrt durch England und so war die 15-stündige Fährüberfahrt das kleinere Übel...apropos Übel...es sollte einem schon bewusst sein, dass diese Fährüberfahrt 15 Stunden durch die freie Nordsee geht und es da auch schon einmal den einen oder anderen Sturm geben kann. Bei uns war es eine ganz schön schaukelige Hinfahrt, die wir bei Windstärke 3-5 absolvierten...die Rückfahrt bescherte uns Windstärtke 8-9, welches zumindest uns an die Grenzen stießen ließ, ohne dass wir...im Gegensatz zu einigen Mitreisenden...von der "üblen" Seerkrankheit heimgesucht wurden. Die Fähren der DFDS Linie befinden sich in einem (augenscheinlich) guten Zustand und alle anfallenden Arbeiten (Be-Entladen) laufen professionell und pünktlich ab.

In Schottland fielen uns zu allererst die sehr freundlichen und hilfsbereiten Menschen auf...angefangen beim Bodenpersonal der Fähre, dann weiter über die netten Grenzbeamten und dann die englischen Autofahrer, die allesamt Rücksicht auf unser Wohnmobil nahmen...wieso fiel uns dieses eigentlich auf???? Diese Freundlichkeit zog sich dann wider Erwarten...oder waren wir es einfach nur nicht gewohnt...bis zum Ende unserer Reise hin. Gerade auf den engen...sehr, sehr engen schottischen Straßen ist ein solch rücksichtsvolles Miteinader wirklich notwendig.

Wobei wir schon bei einem ganz speziellen Kapitel wären, dem Straßenverkehr. Sicherlich gibt es den für uns ungewohnten Linksverkehr, aber im Gegensatz dazu lauert eine ganz andere Gefahr auf den Kraftfahrer: Die zum Teil unglaublich engen Straßen. Zum Teil sind diese lediglich als sog. Singleroads, d.h. es gibt nur eine Fahrspur, mit allerdings ausreichend vorhandenen Ausweichplätzen (Passing Places). Vorfahrt hat immer der Fahrer zu gewähren, auf dessen Seite ein solcher Passing Place auftaucht, aber gerade hier kommt das oben bereits beschrieben freundliche Miteinander zum tragen. Wir haben es nie erlebt, dass ein schottischer Autofahrer auf seine Vorfahrt gepocht hätte. Vielmehr hielten diese an, sobald sie uns erblickten und gewährten uns per Lichthupe die Vorfahrt. Wirklich wohltuend. Die Singleroads sind wie gesagt eng, verfügen aber über ausreichend Passing Places, problematischer wird es da schon bei den "normalen" kleineren zweispurigen Straßen. Deren Breite besteht...wenn überhaupt...gerade einmal über zwei Wohnmobilbreiten und sind oftmals von Hecken/Büschen eingefasst, in denen zu allem Überfluss dann auch noch der ein oder andere Laternenpfahl steckt. Wirklich sehr, sehr eng, die einen ungeübten Mobilfahrer sicherlich schnell an dessen Grenzen führt. Mein Tipp: Wenn ich noch nie zuvor mit einem Mobil gefahren sein sollte, dann würde ich damit niemals in Schottland beginnen.

Eine Sache wäre dann doch noch...und zwar geht es um die Mitnahme von Hunden. Schottland bzw. Großbritannien verlangt neben der obligatorischen Tollwutimpfung, einen Chip und eine Wurmkur in Form einer Impfung. Diese Impfung durfte nicht älter als 5 Tage und mindestens 72 Stunden vor der Einfuhr verabreicht worden sein. Also sind wir einen Tag vor unserer beabsichtigten Abfahrt zu unserem Tierarzt gefahren und haben Billy dort impfen lassen. Abends stellte sich bei Billy ein übler Durchfall ein, aber seine weiteren Vitalfunktionenen waren in Ordnung. Tagsdrauf hielt der Durchfall an und es gesellte sich ein Erbrechen dazu. Daneben wurde er immer matter. Gegen 17 Uhr verließen wir unser Heim und fuhren noch einmal tanken, welches Billy dazu nutzte sich nochmals zu übergeben. Unser Weg führte uns danach nicht auf die Autobahn sondern direkt zum Tierarzt. Der Doc sagte uns, dass Billy total am Ende ist und er ihn direkt an einen Tropf legen möchte. Anstatt auf der Bahn verbrachten wir die nächsten zwei Stunden mit Billy beim Doc und päppelten ihn dort auf. Echt übel und das nur weil wir nach Schottland wollten. Wurmkuren in Tablettenform hatte er bisher problemlos überstanden, jetzt aber hing er total durch. Da unsere Fähre am nächsten Tag ging, stellte unser Doc einen speziellen Therapieplan auf. Wir bekamen Diätkost und diverse Tabletten mit, die Billy wieder auf den Berg bringen sollten...und auch brachten. Welch ein Beginn!!!! Im Internet konnten wir nachlesen, dass es immer mal wieder zu solch stark ausgeprägten Nebenwirkungen kommen kann.

Nach diesem Schreck fuhren wir mit einem mauen Gefühl los und übernachteten auf dem Stellplatz an der Vulkan Werft in Lemwerder. Ein schöner, ruhiger Stellplatz der direkt an der Weser liegt. Tagsdrauf ging es mit einem wesentlich besser aufgelegten Billy weiter in Richtung Amsterdam bzw. IJmuiden. Dort angekommen trafen wir auf eine perfekt funktionierende Maschinerie der DFDS-Reederei. Das Einchecken lief reibungslos und pünktlich ab.

 

 

 

 

 

 

Wir bezogen anschließend unsere 2-Bett Außenkabine...und genehmigten uns ersteinmal einen Sekt auf die gelungene Anreise und den anstehenden Urlaub, in unserer 5 Quadratmeter Kabine. Man sollte von Anbeginn der Reise darauf achten, dass es ein gutes Auskommen mit den Kabinennachbarn gibt, da man aufgrund der Kabinenisolierung bzw. der Wanddicke eh am fremden Miteinander teilnimmt...teilnehmen muß. Billy schlummerte derweil an Bord unseres Mobiles und konnte bis zum späten Abend von uns aufgesucht werden. Einzig der Auslauf an Bord ist ein wenig problematisch. Dieser Auslauf findet auf dem Autodeck zwischen den abgestellten Fahrzeugen statt.

 

Dann ging es endlich los, wir hatten relativ gutes Wetter, eine steife Ost-Brise von 3-5 Windstärken begleitete uns und beschwerte anschließend eine relativ schaukelige Überfahrt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

...es sieht zwar nicht so schlimm aus, aber die ein oder andere Landratte bekam während der Überfahrt ihre Probleme...es war schon schaukelig!

 

 

 

 

 

 

 

Nach einem tollen Abend-und Morgenbuffet war es dann nach 15 Stunden geschaffft, es kam erstmals England in Sicht und wir glitten bei ruhiger See in den Hafen von Newcastle. Der Hafen von Newcastle stellt gleichzeitig die Mündung des Flusses Tyne dar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die folgende Route haben wir in Schottland zurückgelegt, für die wir ca. 2.200 km benötigten: Newcastle-New Abbey-Culzean Castle-Dunbar-Pitlochry-Dingwall-Durness-Ardmair-Poolewe-Gairloch-Isle of Skye-Arisaig-Glen Coe-Luss-Beadnell-Newcastle. 

Schottland 2013
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StepMap Schottland 2013

 

 

Auf geht es, wir planten Schottland von der Westseite aus zu erorbern und so fuhren wir von Newcastle aus, dem Hadrians-Wall folgend, nach Westen zur Ortschaft New Abbey.

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StepMap 2

 

 

Nachdem wir die Fähre verlassen hatten, wartete die erste Herausforderung auf uns: Der Linksverkehr. Was haben wir nicht alles an Tipps mitbekommen..."Einfach einem gelben Kennzeichen folgen, dann kann eigentlich nichts schief gehen"...leichter gesagt als getan, wenn die gelben Kennzeichen fehlen bzw. nicht dort fahren wo sie fahren sollten...nämlich vor uns!!! Um es vorweg zu nehmen, an dem Linksverkehr gewöhnt man sich relativ schnell. Man sollte halt (noch) ein wenig besonnener fahren...

 

Immer entlang des Hadrians-Walles nach Westen. Eine tolle Gegend, die es eigentlich verdient gehabt hätte, ein wenig ausführlicher betrachtet bzw. erwandert zu werden...der Wall wurde unter Kaiser Hadrian von 122-128 n. Chr. als ein römisches Grenzsicherungssystem errichtet und sollte die unkontrollierte Einwanderung von Schotten in die römische Provinz Britannia verhindern...

 

 

 

 

 

 

 

Da lag es nun vor uns, unser erstes schottisches Etappenziel: New Abbey, auf deren hinteren Parkplatz wir eine ruhige Nacht mit zwei weiteren Mobilen verbrachten. Die Kirche stammt aus dem Jahre 1273 und existiert...im Gegensatz zum restlichen New Abbey lediglich als Ruine.

 

 

 

 

 

 

Pub in New Abbey

 

 

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