Vorsicht Zecken!

 

 

Vorsicht vor Zecken...und Sandmücken!!!

 

Ich möchte hier auf eine (bekannte!?) aber evtl. doch ein wenig unterschätzte Gefahr beim Reisen ...vor allem in südliche Gefilde...aufmerksam machen, die eine tödliche Gefahr für unsere mitreisenden Vierbeiner wie auch für uns selbst darstellen können...den sog. Mittelmeerkrankheiten...Leishmaniose, Etrichose, Babesiose etc.  sowie den hier auch bei uns weit verbreiteten FSME, Borreliose...alle zuvor genannten Krankheiten...bis auf die Leishmaniose werden durch Zeckenbisse ausgelöst. Bei der Leishmaniose sind es Sandmücken, die für den Ausbruch sorgen.

Diese Seite habe ich hier eingerichtet, da wir leider mit unserem Vierbeiner...nach jahrelangem, problemlosen Womo-Reisen...in diesem Jahr erstmals Probleme bekamen. 

Billy hatte sich...wohl im Elsass...einen Auwaldzeckenbiss eingefangen, die ihm eine Babesiose bescherte, an der er fast eingegangen wäre.

In Süd- und Osteuropa existieren einige Krankheiten, die bisher in Mittel- und Nordeuropa nicht heimisch und daher vielen Menschen nicht bekannt sind. Allerdings kommen diese Krankheiten, aufgrund der globalen Erwärmung immer weiter nördlich vor. So wurde die Auwaldzecke bereits bis zu einer Höhe vom Niederrhein bis nach Berlin nachgewiesen.

Einige dieser Krankheiten sind unbehandelt für den Hund tödlich, oder können ihn zumindest schwer schädigen, und zum Teil sind sie auch für Menschen nicht ungefährlich, insbesondere für kleine Kinder.

Die Babesiose gehört neben einigen weiteren Krankheiten wie z.B. die Leishmaniose, Ehrlichiose, Dirofiliariose zu diesen sog. Mittelmeerkrankheiten. Ganz auszuschließen ist solch eine Erkrankung nicht, aber man sollte sich dessen bewußt sein und alle Möglichkeiten des Schutzes, wie z.B. ein ausreichender Zeckenschutz, das penible Absuchen des Tieres, die Tiere abends nicht draußen liegen lassen, da die Sandmücke ausschließlich dann aktiv ist...etc. in Betracht ziehen.

Obwohl wir unseren Vierbeiner täglich nach Zecken abgesucht haben und er durch ein…bis dahin.. eigentlich immer gut wirkendes Mittel gegen Zecken „Frontline“ geschützt war, ist uns eine leider durchgerutscht, die ich viel zu spät in der Rute von Billy gefunden habe.

 

Ich möchte hier an dieser Stelle kurz die Symtome sowie die Behandlung der Babesiose bei unserem Billy schildern. Nachdem wir eine Woche aus Frankreich zurück waren stellte unser Vierbeiner seine Nahrungsaufnahme ein, ohne dass hierfür ein Grund erkennbar war. Sein Allgemeinzustand war zu diesem Zeitpunkt noch in Ordnung.


Einen Tag später lag Billy nur noch schlapp herum und hatte fast 41 Grad Fieber. Der Tierarzt nahm eine Blutprobe und spritzte ein fiebersenkendes Mittel, welches auch anschlug. Der Allgemeinzustand verbesserte sich spürbar, dennoch verweigerte er die Nahrung und wirkte immer noch ein wenig platt. Das Fieber war Samstagabend nicht mehr vorhanden.


Am Sonntagmorgen fieberte Billy wieder und war total platt. Der Tierarzt spritzte wiederum ein fiebersenkendes Mittel, daneben bekam Billy erstmals eine Infusion, da bei ihm eine beginnende Anämie (Blutarmut) zu erkennen war. Der Grund dafür war leider immer noch nicht bekannt.
Am Montag und Dienstag immer noch das gleiche Bild…Fieberschübe, keine Nahrungsaufnahme, Infusionen.


Dann erhielten wir am frühen Dienstagabend einen Anruf der Tierarztpraxis, die Ergebnisse der Blutuntersuchung würden vorliegen und wir sollten sofort erscheinen, damit der Arzt mit seiner Therapie beginnen könne. Voller Sorge fuhren wir zum Arzt, der uns mitteilte, dass Billy an einer Babesiose erkrankt sei und wir unmittelbar mit einer Therapie beginnen müssten. Gegen diese Krankheit würde ein Medikament namens Carbesia (Wirkstoff Imidocarb-Diproprionat) wirken, welches jedoch in Deutschland nicht zugelassen ist. Der Arzt verfügte glücklicherweise über eine letzte Ampulle, so dass wir Billy spritzen lassen konnten. Den Abend verbrachten wir bei dem spuckenden (eine Nebenwirkung des Medikamentes) und schwer Luft bekommenden Hund (Folge der Anämie).

In der Nacht beruhigte sich Billy und fiel in einen tiefen, ruhigen Schlaf. Der nächste Morgen hielt ein…für uns kaum zu fassendes Ereignis bereit...es erwartete uns ein quirliger Hund, der sogar anfing nach seinen Bröckchen zu betteln. Grandios.

Nach 14 Tagen erhielt Billy eine weitere Dosis des Präparates, die er e
benso gut verkraftete.

Ich möchte mit diesem Bericht die Sinne für diese Krankheit(en) wecken, damit Euch hoffentlich unsere bisherigen Erlebnisse erspart bleiben.

 

 

Nach oben